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SCHROTH-THERAPIE
Alles zum Thema Skioliosetherapie nach Katharina Schroth finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung.
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Skoliose und die Schroh-Methode: Ein Leitfaden für Jugendliche und Eltern
Was ist eine Skoliose?
Skoliose ist eine dreidimensionale Veränderung der Wirbelsäule. Diese umfasst Abweichungen in der Frontalebene (Seitneigung), der Sagitalebene (Kyphose/Lordose) und der Transversalebene (Rotation und Torsion). Sie tritt meist im Zeitraum des Reifeprozesses auf, im Alter zwischen 11 und 14 Jahren. Die Erkrankung wird im medizinischen Bereich nach der Form und dem Ort der größten Krümmung unterteilt.
Einteilung nach Ort der größten Krümmung
Die Klassifizierung erfolgt nach dem Bereich der Wirbelsäule, in dem die größte Krümmung/Bogen auftritt:
- Zervikal (C1-C7) bzw. Zervikothorakal (C1-Th4) im Halsbereich
- Thorakal (Th5-Th9) bzw. Tiefthorakal (Th10/11) im Brustbereich
- Thorakolumbal (Th12/L1) bzw. Lumbal (L2-L5)
Dabei ist zu beachten, dass es eigentlich immer zwei Bögen sind: ein Hauptbogen und ein Gegenbogen, welche unterschiedlich stark ausfallen können. Jede Skoliose ist individuell.
Begleiterscheinungen und Auswirkungen der Skoliose
- Muskuläres Ungleichgewicht und Funktionseinschränkung
- Verändertes Gangbild/Standbild
- Schmerzen im Rückenbereich
- Einschränkung der Atmung
Die Prognose hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto weniger aufwendig sind die erforderlichen Maßnahmen. Ein Mitwirken der Jugendlichen ist immens wichtig. Ein tägliches Training von 15-20 Minuten ist meist erforderlich.
Eine Korsett- Versorgung ist meist erst sinnvoll bei einer Skoliose über 30 Grad.
Zu OPs raten die Ärzte ab einer Gradzahl von 40 Grad. Wir empfehlen jedoch zunächst eine konservative Therapie. Die Schroth-Methode, auch von Ärzten empfohlen, erzielt meist gute Ergebnisse.
Die Schroth-Methode
Die Schroth-Methode ist eine dreidimensionale Skoliosebehandlung, die nicht nur an einen einzelnen Bogen, sondern an die gesamte dreidimensionale Verformung der Wirbelsäule adressiert ist.
Die zentrale Frage der Therapie lautet:
è Was finde ich vor und wie kann ich es ändern?
Grundlagen der Therapie
Die Schroth-Therapie orientiert sich an folgenden Kernelementen:
- Korrektur des skoliotischen Atemmusters durch die Dreh-Winkel-Atmung
- Bewusste Wahrnehmung der korrigierten, physiologischen Haltung durch Spiegeltraining
Im Laufe der Schroth-Therapie werden diese Behandlungsziele verfolgt:
- Aufrichtung & Derotation der Wirbelsäule
- Verzögerung bzw. Aufhaltung der Krümmungszunahme
- Kräftigung der geschwächten Muskulatur
- Dehnung der verkürzten Muskulatur
- Ausdauertraining und Koordinationsaufbau
- Erlernen der Dreh-Winkel-Atmung
- Beseitigen von Bewegungseinschränkungen
- Verbesserung der Lungenfunktion
- Stabilisierung der physiologischen Haltung/Körperaufrichtung
- Verbesserung des Körpergefühls und der Wahrnehmung
Einteilung und Begriffe der Schroth-Methode
Die Schroth-Methode teilt die Skoliose nach dem oberen konvexen Bogen ein und richtet danach ihre Korrekturanweisungen. Sie unterscheidet dabei drei Gruppen: 3-Bogig, 3-Bogig mit Hüftschub, 4-Bogig. Durch die rotierende Veränderung der Wirbelsäule zeigen sich besonders beim Vorbeugen des Oberkörpers Erhebungen seitlich der Wirbelsäule. Im thorakalen Bereich durch die Rippen - Rippenberg und im lumbalen Bereich durch die Querfortsätze - Lendenberg. Befindet sich der Rippenberg auf der rechten Körperhälfte ist diese die Bergseite/BS und die andere die Talseite/TS bzw. andersrum. Dies ist für die Arbeitsanweisung bei den Übungen wichtig und vereinfacht den Umgang.
Die Dreh-Winkel-Atmung
Allgemein gilt:
- In die Engstellen einatmen, um so über die Rippen korrigierend auf die rotierten Wirbelkörper einzuwirken (Täler öffnen)
- In bestmöglicher, vor allem aufgerichteter Position einatmen und beim Ausatmen muskulär isometrisch anspannen, um so langfristig korrigierend auf die Skoliose einzuwirken
- Schub nach cranial/oben
- Gibt meist drei Atemstellen (siehe Bild vorher):
1. Bereich der freien Rippen der Bergseite/schwache Stelle -> hinten, mitte, oben
2. Rippen der Talseite in Höhe des Rippenbergs -> hinten, mitte, oben
3. Rippen des Rippenbergs-> Vorderseite nach vorne, mitte, oben
Aufgerichtete, korrigierte Oberkörperposition einnehmen -> tief einatmen -> bei Ausatmung anspannen und vor allem Aufrichtung halten.
Die Beckenkorrekturen
Um eine physiologische Körperhaltung einzunehmen, ist es meist notwendig das Becken zu korrigieren.
1. Korrektur der Fußbelastung
- Verlagerung des Körpergewichtes auf die Fersen/Fußgewölbe aufbauen
- Knie leicht gebeugt und nach außen gespannt
2. Korrektur der Lendenwirbelsäule/Beckenaufrichtung
- LWS in Mittelposition einstellen durch Beckenkippung/Beckenvorderrand heben
3. Korrektur der herausstehenden Hüfte falls vorhanden
- Prominente Hüfte/Becken zur Mitte korrigieren = raffen
4. Korrektur der Beckenverdrehung
- Becken der Talseite nach vorne drehen
5. Korrektur des Lumbalbogens
- Ferse des Talbeines anheben
Kurz :
1. Becken nach hinten
2. Vorderrand heben
3. Beckenraffen
4. TS-Becken nach vorne drehen
5. TS-Ferse heben
Der Schultergegenzug:
Korrektur des thorakalen Bogens
Übungsauftrag:
- Ellenbogen der BS auf Höhe der Schulter nach außen spannen
- Schulterblatt der BS nach hinten unten
è Dadurch rafft sich der Rippenberg
- Leichter symmetrisch Zug beider Hände
Korrektur des lumbalen Bogens
Übungsauftrag:
- Ellbogen TS auf Höhe des Ohres/eine Sprosse höher nach außen spannen
è Dadurch vordere Rippen der TS raffen
è Dadurch Lendenberg raffen
- Im Sitz BS-Bein anheben
- Im Stand TS-Bein Ferse heben oder BS-Bein Ferse gegen den Boden drücken
Die Beckenkorrekturen und der Schultergegenzug ist Grundlage jeder Schroth-Übung !!
Unterlagerung mit Reissäckchen
Faustregel: Da unterlagern, wo es in die Unterlage drückt
• In Rückenlage: Rippenberg auf Bergseite, evtl. Becken auf Talseite
• In Bauchlage: Stirn, vordere Rippen auf Talseite, evtl. Becken auf Bergseite
• In Seitlage auf TS-Seite: im Bereich der Taille/Lendenberg
• Im Sitz: je nach Skoliosemuster, meist nur notwendig bei ausgeprägtem Lumbalbogen -> unter Talseiten- Becken
Basisübungen
Allgemein gilt:
Rekeln/Groß machen -> Einatmen nacheinander in die Atemstellen /Dreh-Winkel-Atmung -> Ausatmen anspannen und „Berge“ raffen
Zyklus: 8 Atemzüge 3x wdh.
1. 50x Übung
Ausgangsstellung (ASTE):
- • Sitz auf Pezziball oder Stuhl, Knie berühren die Sprossenwand
- • Füße unter den Knien
- • Beckenkorrekturen einstellen
- • Leichte Oberkörpervorlage
- • Arme parallel bzw. Hand der Talseite(TS)-Seite 1 Sprosse höher
Übungsauftrag:
- • Ellenbogen der Bergseite(BS)-Seite nach außen spannen
- • Schulterblattspitze der BS-Seite nach hinten unten spannen
- • Rippen- und Lendenberg raffen
- • Leichter symmetrischer Zug beider Hände, bzw. bei Flachrücken Druck gegeneinander
- Steigerung bei Lumbal-Bogen:
- • Leichtes Anheben des Beines der BS-Seite
2. Zwischen 2 Stäben
ASTE:
- • Korrigierter Stand zwischen 2 Stäben
- • Beckenkorrekturen vor dem Spiegel
- • Oberkörper leicht nach vorne geneigt
- • Stäbe auf Höhe der Zehen
- • Ellenbogen seitlich auf Schulterhöhe bzw. TS-Ellbogen auf Ohrhöhe
Übungsauftrag:
- • Schulterblattspitze der BS-Seite nach hinten unten spannen
- • Raffen des Rippen- und Lendenbergs
- • Symmetrischer Druck über die Stäbe in den Boden
- Steigerung:
- • Beide Stäbe leicht anheben
3. Muskelzylinder im Stand oder Kniestand
ASTE:
- • Einbeinkniestand auf der TS-Seite
- oder Bein der BS-Seite auf Stuhl etc. ablegen
- • Hand der BS-Seite auf die Schulter, Ellbogen zur Decke
- • Hand der TS-Seite ordnet den Lendenberg
Übungsauftrag:
- • Beckenkorrekturen einnehmen
- • dann aus dem (Knie-)Stand in einer "en bloc"- Bewegung des Oberkörpers die ASTE einnehmen
- • BS-Ellbogen nach außen/oben spannen, BS- Schulterblattspitze nach hinten unten
- • Raffen Rippen- und Lendenbergs
4.geordnete Seitlage
ASTE:
- • Seitlage auf der Talseite
- • obere BS-Bein liegt ausgestreckt auf einem Höckerchen
- • untere TS-Bein liegt 90/90 vor
- • Säckchen unter TS-Taille/Lendenberg
- • BS-Hand auf Schulter oder auf Hocker über Kopf
Übungsauftrag:
- • Taille von Säckchen heben/raffen Lendenberg
- • BS-Bein leicht anheben und Ferse rausschieben
- • BS-Schulterblattspitze nach hinten unten
- • BS-Ellbogen zur Decke bzw.BS-Hand in den Hocker
- • Raffen Rippenberg
5.geordnete Rückenlage
ASTE:
- • Rückenlage mit angestellten Beinen
- • Säckchen unterm Rippenberg, evtl. auch unter TS-Becken/Hüfte
- • Arme in U-Haltung
Übungsauftrag:
- • Becken/Lende einstellen
- • BS-Arm nach außen und Schulterblattspitze nach hinten unten
- • Raffen Rippen- und Lendenberg
- • Kinn heranziehen und Nacken lang

Übungen für Zuhause
1. Beine links rechts
Ausgangsstellung (ASTE):
- • Rückenlage, Beine angezogen
- • Arme 90° zur Seite gestreckt
Übungsauftrag:
- • Beine abwechselnd nach links und rechts ablegen
Ziel der Übung:
- • Blockaden lösen/Mobilisation der Wirbelsäule
- • Dehnung Brustmuskeln/Schultern
- • Kräftigung schräge Bauchmuskulatur
2. Beinrückseiten dehnen
ASTE:
- • Rückenlage, Beine angezogen
Übungsauftrag:
- • Beine zur Decke strecken/Ferse zur Decke rausschieben -> beidseitig oder einseitig
Ziel:
- • Dehnung der Beinrückseiten
- • Kräftigung der Bauchmuskulatur
3. Piriformis/Gesäß
ASTE:
- • Rückenlage
- • ein Bein über das andere geschlagen
Übungsauftrag:
- • Bein ranziehen
Ziel:
- • Dehnung und Mobilisation Becken/Hüfte
4. Katze/Kuh
ASTE:
- • 4-Füßlerstand
Übungsauftrag:
- • drücke den Rücken so weit wie möglich zur Decke und wieder zurück
Ziel:
- • Mobilisation der Wirbelsäule
5. Herabschauender Hund
ASTE:
- • 4-Füßlerstand
Übungsauftrag:
- • Knie strecken und Gesäß so weit wie möglich zur Decke schieben
- • Fersen Richtung Boden schieben
Ziel:
- • Beinrückseiten mobilisieren
- • Kräftigung der Armstützfunktion
6. Diagonale
ASTE:
- • 4-Füßlerstand
Übungsauftrag:
- • diagonal ein Arm und ein Bein wegstrecken -> Ellbogen und Knie zusammenführen -> wieder wegstrecken
- • 10 Wiederholungen pro Diagonale
- • Variation im Liegestütz
Ziel:
- • Gleichgewicht- und Koordinationsverbesserung
- • Kräftigung der Stütz- und Rumpfmuskulatur
7. Gang
ASTE:
- • Stand mit Basiskorrekturen
- • Hände an die Beckenkämme
- • Vor dem Spiegel zur Kontrolle
Übungsauftrag:
- • 1 kleinen Schritt nach vorn machen
- • Gewicht auf den vorderen Fuß verlagern -> Einatmen
- • Fersen abheben/sich nach oben schieben, Gewicht bleibt auf dem vorderen Fuß
- • Ausatmen -> Absenken -> dabei Größe und Körpermittellinie halten
- • nächste Schritt -> Korrekturen -> Einatmen …..
Ziel der Übung
- • Aktive Streckung der Wirbelsäule bei Fortbewegung
- • Korrektur der Fehlhaltungen, um so das physiologische Gangbild und Stand zu schulen

Bild: KI generiert
Wissenstest: 6 Fragen
Kleines Quiz – Teste dein Wissen 🧠
1. Was ist die häufigste Ursache für Nackenschmerzen?
a) Infektionen
b) Bewegungsmangel und Fehlbelastung
c) Genetische Faktoren
2. Was hilft langfristig am besten?
a) Schonung
b) Schmerzmittel
c) Aktive Bewegung
3. Wann ist eine OP sinnvoll?
a) Bei jedem Bandscheibenvorfall
b) Bei anhaltenden neurologischen Ausfällen
c) Bei Verspannungen
Antworten:
- b
- c
- b
Quellenverzeichnis:
Wissenschaftliche Quellen (APA-Stil)
- Binder, A. I. (2008). Neck pain. BMJ, 336(7643), 159–163.
- Blanpied, P. R., et al. (2017). Neck pain: Clinical practice guidelines. JOSPT, 47(7), A1–A83.
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