RÜCKENSCHMERZEN


Alles zum Thema Rückenschmerzen finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung. Nutzen Sie das Wissen und gestalten Sie Ihren Weg aktiv mit. Wir unterstützen Sie dabei!

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Lesezeit: 10 Minuten


Mit dem folgenden Artikel möchten wir dir die Möglichkeit geben, dir einen Überblick zum Thema Rückenschmerzen zu verschaffen. Er ermöglicht dir über die reine Information hinaus ich bestens auf deine Therapie und die Lösung deines vielleicht schon vorhandenen Problems vorzubereiten.


Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft und durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Sie können im gesamten Verlauf der Wirbelsäule auftreten und Einschränkungen in Bewegung und im Alltag mit sich bringen. Rückenschmerzen sind komplex und können nicht mal eben einfach erklärt oder behoben werden.


Man unterscheidet zwischen:

  • akuten Rückenschmerzen (bis 6 Wochen),
  • subakuten Rückenschmerzen (6–12 Wochen) und
  • chronischen Rückenschmerzen (länger als 12 Wochen).

In den meisten Fällen verlaufen Rückenschmerzen nicht gefährlich und bessern sich mit der richtigen Behandlung deutlich. Bewegung, Aufklärung und gezielte Therapie spielen dabei eine entscheidende Rolle.


Epidemiologie

Durch Studien belegt sind Rückenschmerzen meist der Grund, warum viele Menschen eine Veränderung in ihrem beruflichen Umfeld schaffen müssen oder gezwungen sind eine ganz neue Richtung einzuschlagen. Dazu stieg die Häufigkeit von auftretenden Rückenschmerzen in den letzten Jahren fast um das Dreifache an. Wichtig für dich ist daher zu wissen, dass trotz der Häufigkeit des Auftretens von Rückenschmerzen, die meisten Probleme diesbezüglich gut in den Griff zu bekommen sind.  


Definition

Rückenschmerzen können allgemein in zwei Unterkategorien eingeteilt werden:


1) Spezifische Rückenschmerzen

Diese entstehen unter anderem durch (schwere) Grunderkrankungen (z.B. Tumore, Infektionen, Morbus Bechterew und schwere Spinalkanalstenosen) oder durch Irritationen oder Schädigungen von Wirbelsäulenstrukturen ( Wirbelbrüche, Gleitwirbel, Probleme der Facettgelenke, Bandscheiben etc.)


2) Unspezifische Rückenschmerzen

Hierunter fallen alle Rückenschmerzen, die keine bestimmte anatomische oder pathologische Ursache haben und zumeist durch eine Kombination mehrerer Risikofaktoren entstehen.


Die letztere Gruppe umfasst den größeren Teil und wird im nachfolgenden nochmal genauer erklärt.



Entstehung unspezifischer Rückenschmerzen

Wie oben schon angedeutet kann man bei unspezifischen Rückenschmerzen nicht den einen Hauptgrund ermitteln, sondern die Problematik ergibt sich aus vielen verschiedenen Faktoren im Leben des einzelnen.


Hierunter fallen:


 Biologische Faktoren

o  Gewebepathologie (z.B. Verlust der Muskelmasse)

o  Gewebebelastung

o  Reaktion des Immunsystems

o  Muskelschutzspannung

o  Körpergewicht

o  Rauchen

o  Nebendiagnosen

o  Genetik


Physische Faktoren

o  Bewegungsvermeidung (auch aus Angst)

o  Kathastrophisierung

o  Stress

o  Depressionen

o  Schlafstörungen

o  Unzufriedenheit

o  In wenigen Fällen: physische Aktivität


Psychische Faktoren

o  Ängste und dadurch Vermeidung oder Kathastrophisierung

o  Sorgen und Kummer

o  Stress

o  Depression

o  Schlafstörungen


Soziale Faktoren

o  Arbeitsstress und –unzufriedenheit

o  Einkommen

o  Arbeitsausfall

o  Familienleben und soziales Umfeld

o  Erfahrungen


Je nach Individuum wirken sich die einzelnen Faktoren mehr oder weniger in die Aufrechterhaltung eines gesunden Rückens und der Entstehung von Rückenschmerzen ein. Gerade zum Thema Belastbarkeit des Rückens herrscht oft noch das Bild vor, dass viele Tätigkeiten eine Überlastung des Gewebes und der Strukturen darstellen. Doch oftmals ist unser Rücken gar nicht mehr genügend trainiert, um selbst einfachen Belastungen im Alltag und Beruf standzuhalten.


Diagnostik

Um zu lokalisieren, welches Problem den Rückenschmerzen zugrunde liegt sollten folgende diagnostische Bereiche abgedeckt werden, sodass ein möglichst genaues Bild entsteht.


1.)    Ein Anamnesegespräch, in dem die vorhandene Problematik besprochen und ein möglicher Verlauf erörtert wird. Außerdem werden in dieses auch die oben gelisteten Risikofaktoren mit einbezogen.

2.)    Eine körperliche Untersuchung, die das Überprüfen des (schmerzhaften) Bewegungsmusters, Provokationstests und Reduktionstests involviert.

3.)    Falls erforderlich können bildgebende Verfahren eingeleitet werden, wie ein Röntgen, MRT oder CT.


Letzter Punkt ist nur optional und sollte, bei aufkommendem Verdacht in Punkten 1 und 2, nur ernsthafte Erkrankungen ausschließen.

Auch wenn manche Rückenschmerzen scheinbar aus „dem Nichts“ auftauchen und zum Teil auch mit massiven Einschränkungen und Schmerzen einhergehen, findet sich meist keine (alleinige) Ursache in der bildgebenden Diagnostik. Darüber hinaus wird sich auf Bildern immer etwas finden lassen, selbst, wenn man keine Rückenschmerzen verspürt, verändert sich die Wirbelsäule mit der Zeit und lässt im MRT -Bild z.B. leichte Vorwölbungen der Bandscheibe erkennen. Ohne wirkliche Hinweise auf eine ernstliche Erkrankung kann ein Bild oft nur mehr Sorgen machen, als, dass es einen Nutzen hat.



Mythen

Hinsichtlich des Themas „Rückenschmerzen“ kursieren leider immer noch sehr altertümliche Herangehensweisen. Häufig versuchen die Betroffenen es mit Ruhe, Schonung und ein paar Tage ohne Arbeit, denn dort ist entweder die körperliche Belastung vermeintlich zu hoch oder die Haltung über den Tag nicht gut. Inaktivität verbessert die Problematik jedoch oftmals nicht, im Gegenteil. Studien haben bewiesen, je länger man sich körperlich zurücknimmt und schont, die Beschwerden und damit einhergehenden Einschränkungen eher steigen. Unser Körper ist entwicklungstechnisch gesehen auf Bewegung ausgelegt und sollte […]


Wie können Sie selbst aktiv werden?


Das 3-Phasen-Modell: Übungen für zuhause


1. Akutphase – Schmerzen beruhigen

Ziel: Bewegung erhalten, Angst abbauen

1. Knie zur Brust (Rückenlage)

  • Ein Knie sanft zur Brust ziehen
  • Unteren Rücken entspannen
  • Ruhig atmen

2. Becken kippen

  • Füße aufgestellt, Rückenlage
  • Becken vor- und zurückkippen
  • Bewegung klein und schmerzfrei

3. Katzen-Kuh (Vierfüßlerstand)

  • Rücken langsam rund und hohl machen
  • Bewegung fließend
  • Atmung mitnehmen


2. Aufbauphase – Stabilität entwickeln

1. Unterarmstütz (Plank)

  • Körper in einer Linie
  • Bauchspannung halten
  • Ruhig weiteratmen

2. Brücke (in Rückenlage)

  • Becken langsam anheben
  • Gesäß und Bauch aktiv
  • Spannung kurz halten

3. Diagonalstrecken (Vierfüßler)

  • Gegengleichen Arm & Bein strecken
  • Becken stabil halten
  • Seiten wechseln



Erhaltungsphase – langfristig belastbar bleiben

1. Seitstütz

  • Schulter über Ellenbogen
  • Körperlinie stabil
  • Beide Seiten trainieren

2. Beinheben in Bauchlage

  • Bein gestreckt anheben
  • Becken bleibt ruhig
  • Kontrolle vor Höhe

3. Rumpfrotation im Stand

  • Füße hüftbreit
  • Oberkörper rotieren
  • Bewegung kontrolliert


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Wissenstest: 3 Fragen


1.       Was versteht man unter „unspezifischen Rückenschmerzen“?
a) Schmerzen ohne erkennbare Ursache 
b) Schmerzen durch einen Knochenbruch
c) Schmerzen nur im oberen Rücken


2.       Welche Maßnahme gilt als erste Hilfe bei akuten Rückenschmerzen?
a) Ruhigstellung im Bett
b) Bewegung in Maßen und Übungen 
c) Sofortige Operation



3.       Wann sollte man dringend ärztlich abklären lassen?
a) Schmerzen nur beim Beugen
b) Taubheitsgefühl und Muskelschwäche 
c) Schmerzen nach dem Sport

 





Antwort: 1 a, 2 b, 3 b

 


Quellenverzeichnis

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Text teilweise KI generiert.