(Lipo-) Lymphödem


Alles zum Thema Lymphödem/Lipolymphödem finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung.

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Lesezeit: 10 Minuten


Was ist ein Lymphödem bzw. Lipolymphödem und wie kann man es behandeln?

Ein Lymphödem entsteht, wenn das Lymphsystem – unser körpereigenes „Reinigungssystem“ – Flüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportieren kann. Die Folge: Schwellungen, meist an Armen oder Beinen.

Ein Lipolymphödem ist die Kombination aus einem Lipödem (einer Fettverteilungsstörung) und einem Lymphödem. Durch die vermehrte Fettansammlung wird das Lymphsystem zusätzlich belastet – es kann zu verstärkten Schwellungen und Schmerzen kommen. Beide Erkrankungen sind chronisch, aber mit der richtigen Behandlung lassen sich Beschwerden deutlich lindern und der Verlauf positiv beeinflussen.


Ursachen

Ein Lymphödem kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Primär: angeborene Schwäche des Lymphsystems
  • Sekundär: entsteht durch Operationen, Verletzungen, Infektionen, Tumorerkrankungen oder Bestrahlung
  • Beim Lipolymphödem: erhöhtes Fettgewebe erschwert den Lymphabfluss und überlastet das System

Weitere Risikofaktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel und hormonelle Veränderungen.


Symptome

Typisch sind:

  • Schwellungen, die im Laufe des Tages zunehmen
  • Schweregefühl in den Beinen oder Armen
  • Druck- und Spannungsgefühl
  • Verdickte, manchmal verhärtete Haut
  • Erhöhte Neigung zu Infektionen (Erysipel)
  • Beim Lipolymphödem zusätzlich: Schmerzen, Empfindlichkeit, Fettpolster an Beinen/Armen, die nicht durch Diät verschwinden


Menschen berichten bei Lymphödem und Lipolymphödem über folgende Symptome:

Diese Aussagen hören wir in der Praxis besonders häufig:

  • „Meine Beine fühlen sich an wie Blei.“
  • „Egal wie viel ich abnehme – meine Beine bleiben geschwollen.“
  • „Die Kompressionsstrümpfe helfen, aber ohne wird es sofort schlimmer.“
  • „Am Morgen ist alles leichter, aber abends sind die Beine richtig dick.“
  • „Ich schäme mich manchmal für meine Beine/Arme.“

Diese Berichte zeigen: Die Erkrankung beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch das Wohlbefinden – und genau deshalb ist eine aktive, langfristige Therapie so wichtig.


Diagnose

Die Diagnose wird durch spezialisierte Ärzte gestellt, meist durch:

  • Anamnese (Gespräch)
  • körperliche Untersuchung
  • Ultraschall
  • Lymphszintigraphie (spezielle Bildgebung für das Lymphsystem)

Wichtig: Je früher die Diagnose, desto besser die Behandlungsmöglichkeiten.


Behandlungsmöglichkeiten – konservativ und operativ

Konservative Therapie (Basis der Behandlung)


Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die den Lymphabfluss fördern:


1. Aktive Therapie unter Kompression (entscheidend!)

  • Bewegung mit Kompressionsbandage oder -strümpfen verbessert den Abtransport der Lymphflüssigkeit enorm.
  • Dazu gehören Gehen, Radfahren, Aquatraining oder gezielte Übungen.


Auf Grund der aktuellen Engpässe in der Physiotherapie ist dieser Punkt der absolut wichtigste Teil Ihrer Behandlung. Nur Sie selbst können die Therapie zum Erfolg bringen.


2. Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Bestehend aus:

  • Manueller Lymphdrainage (MLD)
  • Kompressionsbandagen / Lymphomaten
  • Kompressionsstrümpfen
  • Hautpflege
  • Bewegungstherapie


Auf Grund der aktuellen Engpässe in der Physiotherapie ist davon auszugehen, dass Sie weniger oft die Woche oder nur kürzere Zeiteinheiten als Therapie erhalten werden. Hier sind Sie abhängig vom Angebot und von der Anwesenheit der Therapeuten.


3. Lymphomaten (Intermittierende Pneumatische Kompression)

Geräte, die über Manschetten Druckwellen erzeugen, um den Lymphfluss zu unterstützen. Besonders wirksam zusätzlich zur aktiven Therapie. Hier sollte zunächst vorher eine Autodrainage am Hals plus Atmung vorgesetzt werden, um den Lymphabfluss zu unterstützen. Nutzen Sie anschließend die Übungen unter Kompression. Lassen Sie sich dies durch Ihren Therapeuten zeigen. So haben Sie maximalen Erfolg durch Ihre eigene Therapie!



Operative Möglichkeiten (in speziellen Fällen)

  • Liposuktion (bei Lipödem/Lipolymphödem unter strengen Kriterien)
  • Lymphgefäß- / Venentransplantationen
  • Lymphknoten-Transfer


Operationen ersetzen niemals die konservative Therapie, sie können sie lediglich ergänzen.


Wie können Sie selbst aktiv werden?

Übungen für zu Hause

Hier sind einige Übungen, die Sie selbst durchführen können, um Ihre Schulter zu mobilisieren und zu stärken. Führen Sie diese regelmäßig durch und achten Sie darauf, keine Schmerzen zu verursachen.


1. Akutphase (Entstauungsphase)

Ziel: Schwellungen reduzieren, Haut verbessern, Schmerzen lindern.
Therapie: intensive Lymphdrainage, Bandagierung, erste aktive Übungen.


  1. Fußwippen: Im Sitzen Fersen heben und senken – 30–40 Wiederholungen.
  2. Tiefe Bauchatmung: Hände auf den Bauch, langsam ein- und ausatmen – 10 Wiederholungen.
  3. Beinpendeln im Sitzen: Beine locker vor- und zurückpendeln – 1 Minute.



2. Aufbauphase (Stabilisierungsphase)

Ziel: Muskulatur aufbauen, Lymphfluss langfristig verbessern.
Therapie: aktives Training, Kompression, Lymphomaten.


  1. Kniebeugen an der Wand: 10–15 Wiederholungen.
  2. Beinheben im Stand: Seitliches Anheben des Beins – 15 Wiederholungen pro Seite.
  3. Wadenheben: Auf Zehenspitzen heben und langsam absenken – 20 Wiederholungen.



3. Erhaltungsphase

Ziel: Ergebnisse langfristig sichern.
Therapie: regelmäßige Bewegung, Training, Kompression.


  1. Mini-Lunges: 10–12 Wiederholungen pro Seite.
  2. Seitstütz (leicht): 10–20 Sekunden halten pro Seite.
  3. Fahrradfahren in Rückenlage: 30–60 Sekunden.



Ihr nächster Schritt: Werden Sie selbst aktiv!


Ein Lymphödem oder Lipolymphödem ist behandelbar – und Sie können viel selbst tun, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Wir begleiten Sie gern auf diesem Weg:


👉
Physiotherapie, Lymphdrainage,
👉
aktives Training & Gesundheitsstudio

 👉 Kompression durch das Sanitätshaus + Lymphomat

 👉 Gewichtsmanagment + Ernährung



Gemeinsam bringen wir Ihr Lymphsystem in Bewegung!

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Wissenstest: 6 Fragen


Wie gut kennen Sie Ihr Lymphsystem?

1. Was ist die Hauptaufgabe des Lymphsystems?
a) Verdauung unterstützen
b) Flüssigkeit abtransportieren und Abwehr stärken
c) Hormone produzieren


2. Welche Therapie ist bei Lymphödemen unverzichtbar?
a) Ruhe
b) Kompression
c) Hitze


3. Was verschlimmert Lymphödeme häufig?
a) Bewegung
b) Wärme
c) Kompression


4. Welche Aussage stimmt bei Lipolymphödem?
a) Es verschwindet durch Diäten
b) Es handelt sich u. a. um eine Fettverteilungsstörung
c) Es betrifft nur Männer


5. Welche Phase dient der langfristigen Stabilisierung?
a) Akutphase
b) Aufbauphase
c) Erhaltungsphase



Lösungen: 1b, 2b, 3b, 4b, 5c

Quellen

  1. International Society of Lymphology. (2020). The diagnosis and treatment of peripheral lymphedema.
  2. Rockson, S. G. (2018). Lymphedema after cancer therapy. NEJM, 379(20), 1937–1944.
  3. Warren, A. G., et al. (2007). Lymphatic dysfunction in lymphedema. Annals of Plastic Surgery, 59, 394–402.
  4. Földi, E., & Földi, M. (2012). Textbook of Lymphology. Elsevier.
  5. Keeley, V., et al. (2017). Lymphoedema: risks, diagnosis and management. British Journal of Nursing, 26(2).
  6. Herbst, K. L. (2012). Rare adipose disorders (RADs). Journal of Obesity.
  7. Childs, A. M., et al. (2020). Lipedema: clinical features and management. Journal of Vascular Surgery, 8(3).
  8. Damstra, R. J. (2017). Lipolymphedema in advanced lipedema. Phlebology, 32(2).
  9. Langendoen, S. I., et al. (2009). Lymphatic alterations in lipedema. Lymphatic Research and Biology.
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  11. Oremus, M., et al. (2012). Conservative treatments for lymphedema. Cochrane Review.
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Text teilweise KI generiert.