HÜFTARTHROSE


Alles zum Thema Hüftarthrose finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung.

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Lesezeit: 10 Minuten


Coxarthrose – Wenn die Hüfte schmerzt: Ursachen, Symptome und Wege zurück in die Bewegung


Was sind Hüftbeschwerden und wie kann man sie behandeln?

Hüftbeschwerden gehören zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag. Unter Hüftbeschwerden versteht man Schmerzen, Steifheit, Kraftverlust oder Bewegungseinschränkungen im Bereich des Hüftgelenks und der umliegenden Strukturen. Die Beschwerden können plötzlich auftreten, entwickeln sich jedoch in den meisten Fällen schleichend über Monate oder Jahre.

Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Schweregrad und individuellen Zielen der Betroffenen. Dieser Blog soll Ihnen helfen, Ihre Beschwerden besser zu verstehen, typische Erkrankungen der Hüfte einzuordnen und vor allem zu erkennen, wie viel Sie selbst aktiv zur Verbesserung beitragen können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Coxarthrose, der häufigsten Erkrankung des Hüftgelenks.



Ursachen und Symptome von Hüftbeschwerden – ein zusammenhängender Überblick

Hüftbeschwerden entstehen meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Bewegungsmangel, langes Sitzen, einseitige Belastungen, muskuläre Dysbalancen und eine eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch Übergewicht erhöht die Belastung des Hüftgelenks. Zusätzlich können angeborene Fehlstellungen, frühere Verletzungen, entzündliche Erkrankungen oder Durchblutungsstörungen die Entstehung von Hüftproblemen begünstigen.


Mit zunehmendem Alter verändern sich außerdem Knorpel, Knochen und Gelenkflüssigkeit. Besonders bei der Coxarthrose kommt es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels. Dadurch verringert sich die Gleitfähigkeit im Gelenk, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Wichtig zu wissen ist jedoch: Schmerzen entstehen nicht allein durch „Abnutzung“, sondern auch durch fehlende Belastungsanpassung und Muskelschwäche.


Typische Symptome äußern sich zunächst als Anlaufschmerz nach Ruhephasen oder morgendliche Steifheit. Viele Betroffene berichten über ziehende oder stechende Schmerzen in der Leiste, im Gesäß oder im Oberschenkel. Im weiteren Verlauf treten Schmerzen beim Gehen, Treppensteigen oder beim Anziehen von Schuhen auf. Häufig kommt es zu einem Kraftverlust der hüftumgebenden Muskulatur, Unsicherheit beim Gehen oder einem veränderten Gangbild. In fortgeschrittenen Stadien können auch Ruheschmerzen auftreten.


Weitere Erkrankungen des Hüftgelenks und ihre Symptome

Neben der Coxarthrose gibt es zahlreiche weitere Erkrankungen, die Hüftbeschwerden verursachen können.

  • Hüftdysplasie

o  angeborene oder erworbene Fehlform des Hüftgelenks, bei der der Hüftkopf nicht optimal in der Pfanne sitzt

o  belastungsabhängige Leistenschmerzen, ein Instabilitätsgefühl und eine frühzeitige Ermüdung beim Gehen

  • femoroacetabulären Impingement (FAI)

o  knöcherner Engpass zwischen Hüftkopf und Pfanne

o  stechende Leistenschmerzen bei Beuge- und Drehbewegungen

  • Schleimbeutelentzündung der Hüfte (Bursitis trochanterica)

o  seitlicher Hüftschmerz, der beim Liegen auf der betroffenen Seite, beim Gehen oder Treppensteigen zunimmt

  • Sehnenreizungen und Tendinopathien

o  entstehen durch Überlastung oder muskuläre Ungleichgewichte

o  belastungsabhängige Schmerzen und Kraftverlust

  • Labrumläsion

o  Schädigung der Gelenklippe

o  tiefe Leistenschmerzen, Schnappen, Blockadegefühle und Bewegungseinschränkungen

  • Hüftkopfnekrose

o  Entsteht durch eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes

o  anfangs sind die Beschwerden unspezifisch, später treten zunehmende Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Ruheschmerzen auf

  • Entzündliche Hüfterkrankungen

o  Im Rahmen rheumatischer Erkrankungen

o  häufig morgendliche Steifigkeit, tiefe Gelenkschmerzen und eine eingeschränkte Belastbarkeit.


Wie verläuft die Diagnose?

Die Diagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden, Alltag, Belastungen und persönliche Ziele. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Beweglichkeit, Kraft, Gangbild und Funktion geprüft werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT können die Diagnose unterstützen, insbesondere bei Verdacht auf Arthrose oder strukturelle Veränderungen.

Entscheidend ist jedoch: Nicht das Röntgenbild allein bestimmt die Therapie, sondern die tatsächliche Funktion und Belastbarkeit im Alltag.


Behandlungsmöglichkeiten – konservativ und operativ

Konservative Therapie

Die konservative Therapie ist bei den meisten Hüftgelenkserkrankungen der wichtigste und wirksamste Behandlungsansatz. Besonders bei Coxarthrose gilt gezielte Bewegungstherapie als Goldstandard.

Physiotherapie und Training:

  • verbessern die Gelenkbeweglichkeit
  • kräftigen die gelenkführende Muskulatur
  • entlasten den Gelenkknorpel
  • fördern die Gelenkschmierung
  • reduzieren Schmerzen
  • steigern Sicherheit und Vertrauen in das Gelenk



Durch regelmäßiges Training wird die Belastung gleichmäßiger im Gelenk verteilt, was das Fortschreiten der Beschwerden verlangsamen kann. Auch bei strukturellen Veränderungen lassen sich Funktion und Lebensqualität oft deutlich verbessern.

Zusätzlich lernen Betroffene, Bewegungen im Alltag gelenkschonend auszuführen und ungünstige Ausweichmuster zu vermeiden. Auch bei strukturellen Veränderungen, die nicht rückgängig gemacht werden können, lassen sich Funktion und Belastbarkeit des Gelenks oft erheblich verbessern.

Gerade bei Erkrankungen wie Hüftdysplasie, FAI, Sehnenreizungen oder Schleimbeutelentzündungen kann eine konsequente konservative Therapie in vielen Fällen eine Operation vermeiden oder deutlich hinauszögern. Selbst wenn eine Operation notwendig wird, verbessert eine gute physiotherapeutische Vorbereitung das Ergebnis erheblich.

 

Operative Therapie

Operative Maßnahmen, wie der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks, kommen erst dann infrage, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Wichtig zu wissen ist: Auch vor und nach einer Operation ist Physiotherapie entscheidend, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Wie können Betroffene selbst aktiv werden?

Der wichtigste Schritt ist, nicht passiv zu bleiben. Bewegung ist kein Risiko, sondern ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Wer regelmäßig trainiert, kann Schmerzen reduzieren, Beweglichkeit erhalten und seine Selbstständigkeit sichern.



Wie können Sie selbst aktiv werden?


Übungen für zu Hause


Phase 1: Akutphase – Schmerzen reduzieren und Bewegung erhalten

Ziel: Entlastung des Hüftgelenks und sanfte Aktivierung ohne Überforderung

Becken kippen in Rückenlage

  • Rückenlage, Beine aufgestellt
  • Becken langsam Richtung Hohlkreuz und flachen Rücken bewegen
  • Bewegung klein und schmerzfrei ausführen
  • Ruhig weiteratmen
  • 10–15 Wiederholungen


Lockeres Hüftpendeln im Stand

  • Aufrecht stehen, mit den Händen festhalten
  • Ein Bein locker vor- und zurückpendeln
  • Danach seitlich pendeln
  • Bewegung locker, ohne Kraft
  • Je Richtung ca. 30–60 Sekunden


Isometrische Gesäßanspannung

  • Rückenlage oder Sitz
  • Gesäßmuskulatur bewusst anspannen
  • Spannung 5 Sekunden halten
  • Danach vollständig entspannen
  • 8–12 Wiederholungen

 

 

Phase 2: Aufbauphase – Kraft und Beweglichkeit verbessern

Ziel: Belastbarkeit steigern und das Hüftgelenk aktiv stabilisieren


Brücke in Rückenlage

  • Rückenlage, Beine hüftbreit aufgestellt
  • Becken langsam anheben
  • Gesäß aktiv anspannen
  • Oberkörper bleibt entspannt
  • Position 5–10 Sekunden halten
  • 8–12 Wiederholungen


Seitliches Beinheben

  • Seitenlage, unteres Bein angewinkelt
  • Oberes Bein gestreckt anheben
  • Fuß leicht nach vorne zeigen lassen
  • Bewegung langsam und kontrolliert
  • 10–15 Wiederholungen pro Seite


Dehnung der Hüftbeugemuskulatur

  • Ausfallschritt (vorderes Knie gebeugt)
  • Becken leicht nach hinten kippen
  • Oberkörper aufrecht halten
  • Dehnung vorne in der Hüfte spüren
  • 20–30 Sekunden halten, 2–3 Wiederholungen


Phase 3: Erhaltungsphase – langfristig aktiv bleiben

Ziel: Alltagssicherheit, Kraft und Lebensqualität erhalten


Angepasste Kniebeugen

  • Füße hüftbreit, Zehen leicht nach außen
  • Gesäß nach hinten unten führen
  • Knie bleiben stabil über den Füßen
  • Bewegung schmerzfrei ausführen
  • 10–15 Wiederholungen


Einbeinstand zur Stabilisation

  • Aufrecht stehen
  • Ein Bein anheben
  • Becken und Oberkörper ruhig halten
  • 20–40 Sekunden halten
  • Steigerung: instabiler Untergrund oder Augen schließen


Step-ups an der Treppe

 

Diese Phasen begleiten wir strukturiert und individuell angepasst in unserer Praxis und im Gesundheitsstudio.
 


Empfehlung:  Besuchen Sie unser Gesundheitsstudio „Bewegungsfreiraum Aktiv“, um ein individuelles Trainingsprogramm zu erhalten.

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Wissenstest: 6 Fragen


  1. Was ist die Coxarthrose?
    a) Muskelentzündung
    b) Gelenkverschleiß der Hüfte
    c) Nervenerkrankung
  2. Was hilft langfristig am besten bei Hüftarthrose?
    a) Schonung
    b) Bewegung und Training
    c) Nur Medikamente
  3. Wann sollte man aktiv werden?
    a) Erst bei starken Schmerzen
    b) Möglichst früh
    c) Erst nach einer Operation



Lösungen: 1b | 2b | 3b


Fazit – Aktiv bleiben lohnt sich!


Hüftbeschwerden sind kein Schicksal. Mit gezielter Therapie, individuellem Training und fundierter Aufklärung können Sie selbst viel zu Ihrer Genesung beitragen.


👉 In unserer Physiotherapiepraxis und im Gesundheitsstudio Bewegungsfreiraum begleiten wir Sie kompetent, persönlich und langfristig.


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