SCHMERZEN AM HANDGELENK


Alles zum Thema Schmerzen am Handgelenk finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung. Nutzen Sie das Wissen und gestalten Sie Ihren Weg aktiv mit. Wir unterstützen Sie dabei!

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Schmerzen im Handgelenk verstehen und aktiv behandeln

Das Handgelenk ist eines der komplexesten Gelenke unseres Körpers – und gleichzeitig täglich im Dauereinsatz. Ob beim Arbeiten am Computer, beim Sport, im Haushalt oder beim Tragen von Lasten: Schmerzen im Handgelenk können schnell zur echten Belastung werden.
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich Handgelenksprobleme gut behandeln – vor allem, wenn man frühzeitig aktiv wird.

Dieser Artikel hilft Ihnen dabei, Ihre Beschwerden besser zu verstehen und zeigt, was Sie selbst tun können, um Ihre Heilung zu unterstützen.


Was sind mögliche Handgelenksprobleme und wie kann man sie behandeln?

Zu den häufigsten Handgelenksbeschwerden zählen:

  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Arthrose im Handgelenk
  • Verstauchungen und Bänderverletzungen
  • Überlastungs- und Fehlbelastungssyndrome
  • Ganglion („Überbein“)

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Physiotherapie ist dabei fast immer ein zentraler Bestandteil, häufig ergänzt durch ärztliche Maßnahmen.


Was sind die jeweiligen möglichen Ursachen?

Handgelenksbeschwerden entstehen in den meisten Fällen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Häufig liegt eine wiederholte oder einseitige Belastung zugrunde, etwa durch langes Arbeiten am Computer, handwerkliche Tätigkeiten oder sportliche Aktivitäten mit vielen Greif- und Stützbewegungen. Dabei werden Sehnen, Muskeln und Gelenkstrukturen dauerhaft überfordert, ohne ausreichend Zeit zur Regeneration zu bekommen.

Auch Fehlhaltungen und ungünstige Bewegungsmuster spielen eine wichtige Rolle. Wenn das Handgelenk regelmäßig in einer ungünstigen Position gehalten wird – beispielsweise bei einer nicht ergonomisch eingerichteten Arbeitsstation – kann dies zu erhöhtem Druck auf Sehnen, Nerven oder das Gelenk selbst führen. Im Laufe der Zeit entstehen Reizzustände, Entzündungen oder Abnutzungserscheinungen.

Weitere mögliche Ursachen sind akute Verletzungen, etwa durch Stürze oder Umknicken, bei denen Bänder überdehnt oder angerissen werden. Ebenso können altersbedingte Veränderungen wie Arthrose oder systemische Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes das Handgelenk anfälliger für Schmerzen machen. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zusammenkommen und die Beschwerden dadurch verstärkt werden.


Wie sehen die Symptome aus – und welche Beschwerden berichten Patienten?

Je nach Beschwerdebild können folgende Symptome auftreten:

  • Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
  • Ruheschmerzen oder nächtliche Schmerzen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Hand und Fingern
  • Kraftverlust oder Unsicherheit beim Greifen
  • Steifheit, besonders morgens
  • Schwellungen oder Druckempfindlichkeit

Häufige Aussagen von Betroffenen sind:

  • „Ich lasse Dinge ständig fallen.“
  • „Nach dem Aufstehen ist das Handgelenk total steif.“
  • „Nach der Arbeit schmerzt es bis in den Unterarm.“


Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose von Handgelenksbeschwerden beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei werden Art, Dauer und Verlauf der Schmerzen besprochen sowie mögliche Auslöser im Alltag, Beruf oder Sport erfasst. Auch Vorerkrankungen und frühere Verletzungen sind wichtige Hinweise für die Ursache der Beschwerden.

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und Schmerzpunkte des Handgelenks überprüft werden. Bestimmte Funktionstests helfen dabei, Sehnenreizungen, Nervenengpässe oder Gelenkprobleme einzugrenzen. In der Physiotherapie wird zudem genau beobachtet, wie das Handgelenk im Alltag belastet wird und ob ungünstige Bewegungsmuster vorliegen.

Falls erforderlich, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder MRT eingesetzt werden, um strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen. Ziel der Diagnostik ist es, die genaue Ursache der Beschwerden zu erkennen, um anschließend einen individuell passenden Behandlungsplan zu erstellen.


Was sind die konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten?

Konservative Behandlung

In den meisten Fällen lassen sich Handgelenksbeschwerden erfolgreich konservativ, also ohne operative Eingriffe, behandeln. Dabei steht die Kombination aus aktiver und passiver Therapie im Vordergrund.

Die Physiotherapie bildet die zentrale Säule der Behandlung. Durch gezielte Bewegungs- und Kräftigungsübungen wird die Belastbarkeit des Handgelenks schrittweise verbessert. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu erhalten oder wiederherzustellen und die umliegende Muskulatur so zu stärken, dass das Gelenk im Alltag besser geschützt ist.

Die manuelle Therapie wird eingesetzt, um Bewegungseinschränkungen im Gelenk zu lösen. Durch spezielle Handgriffe können Blockaden gelöst, die Gelenkmechanik verbessert und die Durchblutung angeregt werden. Viele Patientinnen und Patienten empfinden diese Behandlung als schmerzlindernd und entspannend.

Entzündungshemmende Maßnahmen wie Kälte- oder Wärmeanwendungen helfen dabei, akute Reizzustände zu beruhigen. Kälte wird vor allem bei entzündlichen Schmerzen eingesetzt, um Schwellungen zu reduzieren, während Wärme bei muskulären Verspannungen entspannend wirkt.

Eine temporäre Schienen- oder Bandagenversorgung kann das Handgelenk entlasten und schmerzhafte Bewegungen begrenzen. Ziel ist dabei nicht eine dauerhafte Ruhigstellung, sondern eine gezielte Unterstützung in Phasen hoher Belastung.

Taping-Techniken werden häufig ergänzend eingesetzt. Sie können die Wahrnehmung des Handgelenks verbessern, die Durchblutung fördern und das Gelenk bei Bewegung leicht stabilisieren, ohne es vollständig einzuschränken.

Ein wichtiger Bestandteil der konservativen Therapie ist außerdem die Ergonomie- und Alltagsberatung. Dabei lernen Betroffene, wie sie ihr Handgelenk im Alltag, im Beruf oder beim Sport gelenkschonender einsetzen können. Kleine Veränderungen, wie die Anpassung des Arbeitsplatzes oder bewusste Pausen, haben oft einen großen Effekt auf den Heilungsverlauf.

Das übergeordnete Ziel aller konservativen Maßnahmen ist es, Schmerzen zu lindern, die Funktion des Handgelenks zu verbessern und langfristig Rückfällen vorzubeugen – damit Betroffene ihren Alltag wieder sicher und schmerzfrei meistern können.


Operative Behandlung

Eine Operation ist meist nur dann sinnvoll, wenn:

  • konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind
  • Nerven dauerhaft geschädigt werden
  • starke strukturelle Veränderungen vorliegen

 Auch nach einer OP ist Physiotherapie entscheidend für eine gute Heilung.


Wie können Betroffene selbst aktiv werden?

Der wichtigste Schritt: Nicht abwarten – sondern handeln.
Aktive Bewegung, gezielte Übungen und ein besseres Verständnis für den eigenen Körper sind entscheidend für langfristigen Erfolg.


Übungen für zu Hause

Hier sind einige Übungen, die Sie selbst durchführen können, um Ihre Schulter zu mobilisieren und zu stärken. Führen Sie diese regelmäßig durch und achten Sie darauf, keine Schmerzen zu verursachen.


Das 3-Phasen-Modell: Aktiv zur Heilung

Phase 1: Akutphase – Schmerzen reduzieren & beruhigen

Ziel: Entlastung, Schmerzlinderung, sanfte Bewegung

Übung 1: Sanfte Handgelenkskreise

  • Ellenbogen aufstützen
  • Kleine, langsame Kreise ausführen
  • 10–15 Wiederholungen je Richtung

Übung 2: Faust öffnen & schließen

  • Hand langsam zur Faust schließen
  • Finger bewusst wieder strecken
  • 15 Wiederholungen

Übung 3: Dehnung der Unterarmbeuger

  • Arm strecken, Handfläche nach oben
  • Finger sanft nach unten ziehen
  • 20–30 Sekunden halten


Phase 2: Aufbauphase – Kraft & Kontrolle verbessern

Ziel: Stabilität, Belastbarkeit, Koordination

Übung 1: Handgelenk-Curls mit Wasserflasche

  • Unterarm auflegen
  • Handgelenk langsam beugen und strecken
  • 3×12 Wiederholungen

Übung 2: Knetball drücken

  • Weichen Ball langsam zusammendrücken
  • 5 Sekunden halten
  • 10–15 Wiederholungen

Übung 3: Stütz an der Wand

  • Hände gegen die Wand
  • Leichten Druck aufbauen
  • 3×20 Sekunden


Phase 3: Erhaltungsphase – Rückfälle vermeiden

Ziel: Alltag & Sport sicher meistern

Übung 1: Plank auf erhöhter Fläche

  • Hände auf Bank oder Tisch
  • Körperspannung halten
  • 3×30 Sekunden

Übung 2: Rotation mit Theraband

  • Band greifen, Handgelenk rotieren
  • Langsame, kontrollierte Bewegung
  • 3×10 Wiederholungen

Übung 3: Mobilisation im Vierfüßlerstand

  • Hände unter den Schultern
  • Gewicht leicht vor/zurück verlagern
  • 1–2 Minuten


Ihr nächster Schritt: Werden Sie jetzt aktiv!

Handgelenkschmerzen müssen kein Dauerzustand sein. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige und nachhaltige Besserung.


In unserer Physiotherapiepraxis und im Gesundheitsstudio Bewegungsfreiraum begleiten wir Sie persönlich, aktiv und ganzheitlich auf Ihrem Weg zurück zu mehr Bewegungsfreiheit.

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Wissenstest: 6 Fragen

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1. Welche Ursache ist besonders häufig für Handgelenksbeschwerden?
A) Kälte
B) Wiederholte Belastung 
C) Flüssigkeitsmangel


2. Was ist meist die erste Behandlungswahl?
A) Operation
B) Ruhigstellung über Monate
C) Konservative Therapie mit Physiotherapie


3. Warum sind aktive Übungen wichtig?
A) Sie ersetzen ärztliche Diagnosen
B) Sie fördern Heilung & Belastbarkeit 
C) Sie verhindern jede Operation garantiert


Lösung: 1/B, 2/C, 3/B


Quellenverzeichnis:

Wissenschaftliche Quellen (APA-Stil)

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