ELLBOGEN BESCHWERDEN


Alles zum Thema Beschwerden am Ellbogen finden Sie hier in einer kleinen Zusammenfassung. Nutzen Sie das Wissen und gestalten Sie Ihren Weg aktiv mit. Wir unterstützen Sie dabei!

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Ellbogenbeschwerden verstehen und aktiv behandeln

Ellbogenbeschwerden betreffen Menschen jeden Alters und beginnen oft schleichend bzw. werden zunächst unterschätzt. Tätigkeiten wie Arbeiten am Computer, handwerkliche Aufgaben, sportliche Belastungen oder auch alltägliche Handgriffe können zunehmend schmerzhaft werden. Viele Betroffene fühlen sich im Alltag eingeschränkt und wissen nicht genau, woher die Beschwerden eigentlich kommen.

Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen lassen sich Ellbogenbeschwerden ohne Operation, durch gezielte Bewegung, aktive Therapie und ein besseres Verständnis für den eigenen Körper sehr gut behandeln. Dieser Blog soll dir helfen, deine Beschwerden besser einzuordnen und selbst aktiv zu werden.


Was sind Ellbogenbeschwerden und wie kann man sie behandeln?

Der Ellbogen ist ein funktionell sehr komplexes Gelenk, das Beuge-, Streck- und Drehbewegungen des Arms ermöglicht. An ihm setzen zahlreiche Muskeln und Sehnen an, die für die Bewegung von Hand und Unterarm verantwortlich sind. Ellbogenbeschwerden entstehen häufig, wenn diese Strukturen überlastet oder dauerhaft falsch belastet werden.

Typische Diagnosen sind der sogenannte Tennisellenbogen (Außenseite des Ellbogens/ Epicondylitis lateralis) oder der Golferellenbogen (Innenseite des Ellbogens/Epicondylitis medialis). Trotz dieser Namen sind nicht nur Sportler betroffen, sondern vor allem Menschen mit wiederholten Alltags- oder Arbeitsbelastungen. Die Behandlung erfolgt heute überwiegend aktiv, mit gezielter Physiotherapie, individuell angepasstem Training und dem Ziel, die Belastbarkeit des Gewebes wieder aufzubauen.


Was sind die Ursachen?

Man unterscheidet beim Ellbogen unter lokalen Ursachen und durch Beschwerden, die von der Hals- bzw. Brustwirbelsäule oder deren Übergang ausgelöst werden:


Lokale Ursachen am Ellbogen

Lokale Ursachen entstehen direkt im Bereich des Ellbogens. Häufig sind es wiederholte Bewegungen wie Greifen, Drehen oder Heben, die über längere Zeit ohne ausreichende Erholung ausgeführt werden. Auch eine plötzliche Steigerung der Belastung, beispielsweise durch intensives Training, ungewohnte Arbeiten oder neue sportliche Aktivitäten, kann das Gewebe überfordern. Zusätzlich können muskuläre Dysbalancen im Unterarm, eine verminderte Griffkraft oder eine ungünstige Arbeitshaltung dazu beitragen, dass sich Sehnen und Muskeln am Ellbogen entzünden oder schmerzhaft reagieren.


Einfluss von Hals- und Brustwirbelsäule – warum ist das so wichtig?

Der menschliche Körper arbeitet nicht isoliert, sondern als funktionelle Einheit. Die Nerven, die den Ellbogen, den Unterarm und die Hand versorgen, entspringen der Halswirbelsäule. Kommt es dort zu Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen oder Fehlhaltungen, kann die nervale Versorgung gestört sein. Dies führt dazu, dass Muskeln im Arm nicht optimal angesteuert werden, schneller ermüden oder dauerhaft unter Spannung stehen.

Auch die Brustwirbelsäule spielt eine entscheidende Rolle. Ist sie unbeweglich oder stark nach vorne gebeugt, verändert sich die Position der Schulterblätter. Dadurch wird die Schulter weniger stabil geführt, was wiederum zu einer Mehrbelastung des Ellbogens führt. Der Ellbogen muss dann Aufgaben übernehmen, die eigentlich von Schulter und Rumpf getragen werden sollten. Langfristig kann dies zu Überlastungsschmerzen führen, selbst wenn der Ellbogen an sich zunächst „gesund“ erscheint.

Ellbogenschmerzen sind daher nicht nur ein lokales Problem, sondern oft Ausdruck einer gestörten Bewegungskette.


Welche Symptome treten bei Ellbogenbeschwerden auf?

Menschen mit Ellbogenbeschwerden berichten häufig über Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Ellbogens, die sich bei Belastung verstärken. Typisch sind Schmerzen beim Greifen, Tragen von Gegenständen oder beim Aufdrehen von Flaschen. Viele Betroffene bemerken zudem einen Kraftverlust in der Hand oder im Unterarm. Auch Druckschmerz, Steifheitsgefühle am Morgen oder ausstrahlende Beschwerden in Unterarm und Hand sind keine Seltenheit. In manchen Fällen treten zusätzlich Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl auf, insbesondere wenn Nervenstrukturen beteiligt sind.


Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründliche physiotherapeutische oder ärztliche Untersuchung. Dabei werden nicht nur der Ellbogen selbst, sondern auch Schulter, Hals- und Brustwirbelsäule sowie die gesamte Statik und Bewegungsfunktion betrachtet. Durch gezielte Funktionstests, Beweglichkeits- und Kraftprüfungen lässt sich meist schnell erkennen, welche Strukturen betroffen sind. Bildgebende Verfahren sind nur selten notwendig und werden vor allem bei unklaren oder sehr langanhaltenden Beschwerden eingesetzt.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es – konservativ und operativ?

Die überwiegende Mehrheit der Ellbogenbeschwerden lässt sich konservativ behandeln. Physiotherapie, aktive Übungsprogramme, manuelle Techniken und gezieltes Krafttraining stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist es, das belastete Gewebe schrittweise wieder an Belastung zu gewöhnen und die gesamte Bewegungskette zu verbessern. Ergänzend können Trainingsangebote im Gesundheitsstudio helfen, langfristig stabil und beschwerdefrei zu bleiben.

Operative Eingriffe sind nur in seltenen Fällen notwendig und werden erst dann in Betracht gezogen, wenn über mehrere Monate keine Verbesserung durch konservative Maßnahmen erreicht wurde.


Wie können Betroffene selbst aktiv werden?

Ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Behandlung von Ellbogenbeschwerden ist die aktive Mitarbeit der Betroffenen. Bewegung, angepasstes Training und ein besseres Verständnis für Belastung und Regeneration sind entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung.


Übungen für zu Hause

Hier sind einige Übungen, die Sie selbst durchführen können, um Ihre Schulter zu mobilisieren und zu stärken. Führen Sie diese regelmäßig durch und achten Sie darauf, keine Schmerzen zu verursachen.


Phase 1: Akutphase – Schmerzen reduzieren und Strukturen beruhigen

Ziel: Schmerzen lindern, Durchblutung fördern, Spannung reduzieren, ohne das Gewebe zu überlasten.


1. Unterarm-Dehnung (Streckseite)

  • Stelle dich aufrecht hin oder setze dich gerade hin
  • Strecke den betroffenen Arm nach vorne aus
  • Die Handfläche zeigt nach unten
  • Greife mit der anderen Hand die Finger und ziehe sie langsam Richtung Körper
  • Halte die Dehnung, bis ein angenehmes Ziehen, aber kein Schmerz entsteht
  • Haltedauer: 20–30 Sekunden
  • Wiederholungen: 2–3 Mal


2. Isometrische Anspannung der Unterarmmuskulatur

  • Lege den Unterarm auf einen Tisch
  • Forme eine lockere Faust
  • Drücke die Faust leicht gegen die Tischplatte oder mit der anderen Hand
  • Es findet keine Bewegung statt
  • Halte die Spannung 5–10 Sekunden
  • Wiederholungen: 5–8 Mal


3. Schultergürtel-Aktivierung (neuromuskuläre Entlastung)

  • Setze dich aufrecht hin oder stehe gerade
  • Ziehe beide Schultern langsam nach hinten und leicht nach unten
  • Stelle dir vor, du möchtest die Schulterblätter sanft zusammenführen
  • Halte die Spannung ohne die Schultern hochzuziehen
  • Atme ruhig weiter
  • Haltedauer: 5–10 Sekunden
  • Wiederholungen: 8–10 Mal



Phase 2: Aufbauphase – Belastbarkeit und Kraft steigern

Ziel: Die Sehnen und Muskeln des Unterarms kontrolliert wieder an Belastung gewöhnen.


1. Exzentrisches Unterarmtraining (Handgelenkstrecker)

  • Setze dich an einen Tisch
  • Lege den Unterarm auf, die Hand ragt über die Tischkante hinaus
  • Die Handfläche zeigt nach unten
  • Halte ein leichtes Gewicht (z. B. 0,5–1 kg oder Wasserflasche)
  • Hebe die Hand mit der gesunden Hand nach oben
  • Senke das Gewicht langsam und kontrolliert mit dem betroffenen Arm ab
  • Tempo: ca. 3–5 Sekunden pro Absenken
  • Wiederholungen: 10–15
  • Sätze: 2–3


2. Handgelenk-Curls (Beugen und Strecken)

  • Unterarm liegt auf dem Tisch, Hand über der Kante
  • Halte ein leichtes Gewicht
  • Bewege die Hand langsam nach oben (Beugung)
  • Senke sie kontrolliert wieder ab
  • Danach gleiche Übung mit Handfläche nach oben (Streckung)
  • Wiederholungen: 12–15
  • Sätze: 2–3


3. Schulterblatt-Stabilisation mit Theraband

  • Befestige ein Theraband auf Brusthöhe
  • Halte das Band mit beiden Händen
  • Ziehe die Arme nach hinten, als würdest du rudern
  • Ellbogen bleiben nah am Körper
  • Ziehe die Schulterblätter bewusst zusammen
  • Langsam lösen und kontrolliert zurückführen
  • Wiederholungen: 12–15
  • Sätze: 2–3



Phase 3: Erhaltungsphase – Rückfällen vorbeugen

Ziel: Langfristige Stabilität, Kraft und Belastungsverträglichkeit im Alltag sichern.


1. Funktionelle Arm- und Schulterübung

  • Stehe aufrecht, halte ein leichtes Gewicht
  • Hebe den Arm seitlich oder schräg nach vorne an
  • Kombiniere die Bewegung mit leichtem Beugen und Strecken des Ellbogens
  • Bewegung erfolgt kontrolliert und fließend
  • Wiederholungen: 10–12
  • Sätze: 2–3


2. Griffkrafttraining

  • Halte einen Knetball oder Handtrainer in der Hand
  • Drücke den Ball langsam zusammen
  • Halte die Spannung 3–5 Sekunden
  • Löse die Spannung langsam
  • Wiederholungen: 10–15
  • Sätze: 2–3


3. Mobilisation der Brustwirbelsäule

  • Setze dich aufrecht auf einen Stuhl
  • Verschränke die Arme vor der Brust
  • Drehe den Oberkörper langsam nach rechts
  • Der Blick folgt der Bewegung
  • Zurück zur Mitte, dann zur anderen Seite
  • Becken bleibt ruhig
  • Wiederholungen: 8–10 pro Seite



💡 Wichtige Hinweise für Patientinnen und Patienten

  • Die Übungen sollen fordernd, aber nicht schmerzhaft sein
  • Leichter Zug oder Muskelermüdung ist normal
  • Schmerzen, die länger als 24 Stunden anhalten, sind ein Zeichen für Überlastung
  • Qualität geht immer vor Quantität


Dein nächster Schritt – werde selbst aktiv!

Ellbogenbeschwerden müssen kein dauerhafter Begleiter sein. Mit gezielter Physiotherapie, aktivem Training und der richtigen Anleitung kannst du selbst viel zu deiner Genesung beitragen.

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1. Was ist die häufigste Ursache für Ellbogenbeschwerden?
a) Altersbedingter Verschleiß
b) Überlastung und Fehlbelastung
c) Knochenbrüche
✔️
Richtige Antwort: b


2. Warum können Probleme der Halswirbelsäule Ellbogenschmerzen verursachen?
a) Weil die Muskeln direkt verbunden sind
b) Wegen der nervalen Versorgung des Arms
c) Nur bei Bandscheibenvorfällen
✔️
Richtige Antwort: b


3. Welche Maßnahme ist langfristig am sinnvollsten?
a) Dauerhafte Schonung
b) Passive Behandlungen ohne Bewegung
c) Aktive Therapie und Training
✔️
Richtige Antwort: c


4. Wie häufig ist eine Operation notwendig?
a) Sehr häufig
b) In etwa der Hälfte der Fälle
c) Nur selten
✔️
Richtige Antwort: c


Quellenverzeichnis:

Wissenschaftliche Quellen (APA-Stil)

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